Laufen nicht nur sonntags...

 

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Berlin (Volkspark Prenzlauer Berg) - Berliner Brocken Marathon am 21.12.2008 - eigener Laufbericht

Marathonlaufen ist schon was für Bekloppte, einen solchen zu laufen am 4. Advent höchst unpopulär in der Nichtläuferwelt, und dafür um 4 .00 h Sonntag morgens aufzustehen und auch noch schlappe 350 km mit dem Auto zu fahren grenzt sicherlich an Dekadenz.  Doch was tut man nicht alles, um die Vorurteile der  „Normalos“ zu bestätigen!

Den Wecker noch früher als um 4.00 h, also vielleicht um 3.55 h zu stellen, wäre undenkbar gewesen, also „sprang“ ich pünktlich zur vollen Stunde aus dem Bett, um mich auf den Weg zu machen, denn „der Berg rief“!  (Ich fuhr natürlich erst um 5.00 h los, aber Morgentoilette und Frühstück sollten nicht leiden!)

Auf der Strecke in Richtung des Landes der aufgehenden Sonne komplettierte ich unsere schleswig-holsteinisch-meck-pommsche Fahrgemeinschaft und so fielen wir schon um dreiviertel acht (so sagt man bei uns in Franken und in Berlin nahe dem Alexanderplatz) = 7.45 h bei Sigrid ein, und überraschten sie beim Weihnachtsputz, den sie sofort als ausgeführt erklärte. Bis 8.15 h trudelten dann alle Teilnehmer ein, 9 an der Zahl. Gemeinsam ging es zum „alpinen“ Volkspark Prenzlauer Berg (laut Sigrids Ausschreibung ein Trümmerberg, der nach dem 2. Weltkrieg entstanden ist).

Die Sonne machte gute Miene zu solch bösem Spiel und schickte uns zur Begrüßung und Ermunterung ihre motivierenden und schmeichelnden Strahlen. Nach kurzer Begrüßung und Streckenerklärung durch Sigrid ging es auch gleich „zur Sache“. Ohne viel Umschweife  führte sie uns in einer ersten, gemeinsamen Runde  schon wenige Meter nach dem Start- und Zielbereich an einer Parkbank zum ersten der 3 angekündigten Anstiege. Doch nicht den noch recht komfortabel erscheinenden Asphaltweg sollte es hoch gehen, nein, es musste unbedingt „querbergan“ über einen „Wildtrail“ sein -  gefühlte Steigung 95%! An Laufen war auf diesem Stück nicht zu denken, vielmehr musste man sich darauf konzentrieren, für den nächsten Schritt  festen Halt zu finden.  Doch noch voller Elan erklommen wir alle den ersten Gipfel , und nach einem flachen Plateaustück von 200 (?) m ging es zur Belohnung bergab, scharf rechts an einem Berliner Bären vorbei, wieder Schwenk nach links und weiter bergab, diesmal über leicht tückisch anmutendem, bemoosten und mit feuchten Blättern bedeckten Asphalt, der als weitere Schikane auch immer wieder Querrinnen enthielt. Auf diesem Stück konnte man auch einen Blick auf den „Alex“ (Berliner Fernsehturm) erhaschen. Nach Erreichen des „Tiefpunktes“ ging es dann nach einer weiteren Linkskurve wieder mächtig gen Himmel, auf einem Trampelpfad, der so ausgetreten und ausgewaschen war, dass ich mir hier gut eine ordentliche Bergsteigerausrüstung sowie ein Führungsseil (oder doch lieber eine Seilbahn?) an der Seite hätte vorstellen können. Geschnitten wurde dieser Anstieg auch noch durch einen kreuzenden Asphaltweg, der einem die Chance zum Luftholen für das letzte Stück nach oben bot (später kreuzten dort noch wildlaufenden Jogger und Spaziergänger!).

Doch nach jedem Anstieg kommt ja bekanntlich auch ein Abstieg, und dieser zog sich ein ganzes Stück auf Asphalt, der an vielen Stellen gefährlich aufgeplatzt und aufgequollen war. Mit dem „Bergabschwung schaffte man es dann auch meist bis zum nächsten „Up“, der hinter einer 180°-Kurve lag und sich auch ganz schön zäh in die Länge zog. Auch dieses Stück gingen wir Läufer, die das Feld von hinten sicherten (die meiste Zeit Sigrid, Rainer und ich) zum berühmten Körnersparen. Doch nach einer weiteren  Rechtskurve  liefen wir dann leicht bergan, um nach einer kleinen Kuppe und einer Linksbiegung schon das Ziel vor bzw. unter uns zu sehen, den Duft von Tee und Keksen schnuppernd… Aber leider , leider, war da noch eine scharfe Rechtskurve zu laufen, die den  Blick  auf den letzten heftigen 3000er (in dm – soweit ich mich erinnere) frei gab, der sich endlos nach oben zog,! Endlich dort oben angekommen– laut Sigrid das einzige, flache Stück der 2,5 km langen Strecke – hatte man einen atemberaubenden Ausblick auf ein Meer von farblich geschönten Wohnblocks/Plattenbauten  (ich glaube ja, dass unsere siegreichen Berliner auf den vorderen Plätzen in solchen Blocks ohne Fahrstuhl trainiert haben!)    sowie auf zwei Kirchtürme (war das der Berliner Dom?). Auf diesem Aussichtsplateau gab es einen Gedenkstein auf dem auch die Höhe des „Berges“ stand: 80 m, und diesen Stein galt es in jeder der 17 (!) Runden zu umlaufen, um auch noch die letzten Meter mitzunehmen. Sogleich folgte der letzte, halsbrecherische Abgang, den ich meist bremsend mit Schweiß auf der Stirn und leichter Höhenangst hinab lief. Erst im unteren Drittel wagte ich es,  den Schwung aufzunehmen und zum Verpflegungspunkt auszulaufen. Dort empfing uns unser DLV-Rundenzähler Wolfgang immer mit einem anerkennenden Lächeln und einem stets perfekt gefüllten Getränkebecher (je nach Wunsch Tee, Cola, Wasser, Glühwein). Natürlich gab es auch diverse Kekse, Negerküsse  (oh, sorry, das heißt ja jetzt Schaumküsse) und Bananen.

Durch die ständig wechselnden Streckenabschnitte war der Lauf sehr kurzweilig und spannend, ich hoffte ja, dass wir die Berge nach einiger Zeit etwas flach getreten hätten, was aber doch nicht so klappte! Irgendwie wurden die immer höher und länger! Zwischendurch mussten wir den Sturmvogel dann aus einer Schlingfalle befreien, die ihn zu Fall aber Gott sei Dank zu keinem Schaden gebracht hatte (bis auf den sicherlich heute blauen Oberschenkel!). In einer weiteren Runde galt es den  Sieger Jobs zu retten, der sich hoffnungslos in Medaillenband und Jackenreißverschluss verfangen hatte.

Ein Mitläufer musste re-animiert werden, da er eigentlich 4 Runden vor Schluss aufgegeben hatte, jedoch nach gutem Zureden durch Wolfgang und wohl auch anderen doch noch mal alle Kräfte zusammen nahm, um seiner Frau , Anne, die Siegerin bei den Damen, nicht nachzustehen.

Einzig  Jungspund Denis  brach ab, ich hoffe ja nicht, weil ich ihm gesagt hatte, dass seine weißen Stümpfe schmutzig waren! Ich denke, er läuft nächstes Mal in Schwarz! (;-)

Was mir besonders auffiel, war die Freundlichkeit der vielen Spaziergänger, selten wird man als Läufer so  oft freundlich  gegrüßt! Sind doch echt nett, die Berliner!

Nachdem Rainer und ich auch Sigrid gut über die Runden gebracht hatten, ließen wir sie schließlich ziehen und stellten sicher, dass außer unserem Wiedereinsteiger Andre niemand mehr verlassen auf der Strecke war.

Zur Belohnung für unser aller  Mühen gab es eine coole Medaille „Den Brocken in Berlin bezwungen“, einen schönen Glühwein-/Teepott sowie einen hübschen Strohstern (der kommt an den Weihnachtsbaum). Die Urkunden kommen laut Sigrid nach, da sie wohl noch ein Bildchen „einbauen“ möchte.

Direkt nach der Siegerehrung von Anne (Jobst war schon vorher von Wolfgang geehrt worden, damit er nicht erfror) weinte der Berliner Himmel doch tatsächlich ein paar Tränen, scheinbar war er auch traurig, dass dieser spannende, abwechslungsreiche (und verflucht harte) Lauf schon zu Ende war!

Nach dem Rücktransport von Sigrid samt ihrer Aussteuer  traten wir „Auswärtigen“ die Heimreise an, stärkten uns unterwegs noch mit einer richtig lecker-ungesunden  Currywurst mit Pommes, und so landete ich nach einem langen Marathon-Tag (oder einem marathonlangen Tag?) erschöpft, aber doch sehr zufrieden in Kaltenkirchen und konnte doch noch den 4. Advent – ganz normal – am Adventskranz beschließen.

Danke Dir, Sigrid für die Idee und die Organisation dieser Herausforderung, die unbedingt auch andere „Verrückte“ annehmen sollten!

Allen, die diesen Bericht lesen, und bis zum Schluss durchhalten oder das Happy End zuerst lesen, wünsche ich fröhliche Weihnachten, einen guten Rutsch (außer auf der Laufstrecke) sowie ein glückliches, gesundes Neues (Lauf-)Jahr!

Danke für viele nette Begegnungen in 2008 und auf noch mehr schöne  Läufe in 2009!

Claudia

22.12.08 23:07
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Christian / Website (24.12.08 03:12)
Well done, Claudia & Rainer!
Und auch euch beiden sowie allen anderen Freunden FROHE WEIHNACHTEN, ein paar besinnliche und ruhige Tage und alles Gute!
Christian

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