Wir liefen aus dem Stadion erst einmal ein Stück auf einem schön schattigen Weg, bevor wir an einer Straße nach rechts abbogen und einen idyllischen Teich fast umrundeten. Bis auf den Abschnitt an der Straße war auch hier angenehmer Schatten.
Nach dieser Passage überquerten wir eine kleine Straße und mussten eine erste, gemeine Steigung nehmen, um gleich oben nach links zu drehen und den Hügel, wieder hinunter zu laufen (oder zu gehen, da der Pfad sehr schmal und zum Ende hin auch sehr sandig war). Dann ging es wieder um eine Straßenecke hinein in nächste Gebüsch, hinter dem die nächste, diesmal noch anspruchsvollere Herausforderung lag.
Ein sehr langer und steiler Anstieg, den ich konsequent alle 8 Runden, die zu absolvieren waren um auf 42,195 km zu kommen, hinauf ging. Oben angekommen, ging es entlang einer Schafweide (Arne fragte mich nach dem Lauf: wo waren denn da Schafe – erste Anzeichen dafür, dass er seinen Tunnelblick wieder bekommt) immer noch bergan.
Doch diesmal in der prallen Sonne. Die armen Schafe hatten auch nur noch völlig verbranntes Gras auf ihrer Weide - wohl eine exklusive Südhanglage.. Und schon ging es wieder bergab und durch das nächste Wohngebiet, wieder auf leicht ansteigender Straße, die dann ab der 3. oder 4. Runde noch ein Anwohner mit seinem Wohnwagen blockierte, zum nächsten Geheimweg, der nach einigen 100 Metern wieder hinunter, an Tennisplätzen vorbei Richtung Stadion führte. Kurz vor dem Stadion ging es aber dann schon wieder bergan, und dort gab es auch einen Verpflegungspunkt, an dem es aber leider nur Wasser, Banane und Kuchen gab.
So notdürftig gestärkt kam dann – wie soll es anders sein – das nächste „Uphill“, diesmal durch Wald und über Wurzeln – Rennsteigfeeling kam auf. Als auch das geschafft war, ging es über eine sonnenbeschienene Wiese, und nach einem kurzen Stück auf einem asphaltierten Feldweg wieder nach links rin in die Kartoffeln, nein auf den nächsten Wildwechselpfad. Hier verpasste ich auch die Abzweigung in der 2. Runde und lief ein ganzes Stück gerade aus, bis ich auf einem Campingplatz landete, den ich in der ersten Runde nicht gesehen hatte...
Das letzte Stück ging auf schattigem Weg an einem Bach entlang, dann noch ein letzter kurzer, aber stark mit Wurzeln gespickter Anstieg und man kam durch das Hintertor ins Stadion. Auf den ca. 200 m durch das Stadion waren dann auch VP 2 (diesmal mit Saft, Wasser, verdünntem (igitt!) Cola, Banane und Kuchen) sowie die Rundenzähler.
Diese Geschichte war dann wie gesagt insgesamt 8 x zu absolvieren. Leider hatte ich vergessen, meinen I-Pod „anzulegen“ (der lag im Auto), und es gab auch irgendwie nicht wirklich einen Gesprächspartner (wobei bei diesem Strapazen und der Hitze noch zu reden sowieso auf die Dauer schwierig geworden wäre).
In Runde 3 näherte ich mich überraschend Werner, konnte aber schon von hinten sehen, dass er irgendwie verletzt sein musste. Nach seiner Aussage hatte er Probleme im linken Oberschenkel und sein Gesichtsausdruck war diesmal eindeutig ein „tut weh“ und kein „lächelst du“!
Kurz darauf konnte ich dann auch Rita grüßen, die leicht fluchte und meinte, sie könne „diesen Hügel nicht noch 4 x rauf“. Ich meinte nur: „Geh langsam, dann schaffst Du’s auch 10 x“, und sie bestätigte dann später, dass dieser Spruch von mir sie davor bewahrt hatte aufzugeben…
In der zweiten Hälfte hatte ich dann die Ehre, unseren Clubvorsitzenden Hajo zu passieren, der zwar sichtlich noch im Aufbau nach seiner Verletzung ist und auch wohl unter der Hitze litt, aber auch schon wieder mal eben 2 Maras an einem Wochenende läuft!
Peter und Horst durfte ich dann noch in der vorletzten Runde zum Fotografieren überholen, sie liefen beide sehr entspannt.
Ach, hatte ich erwähnt, dass mich Ex-Rennschnecke Arne in Runde 3 – im Schlepptau von Vagn, dem Allermöhte-Triple-Marathon-Finisher, versägt hat? Die Jungs in Wagen 2 hatten ihn wohl die ganze Fahrt sehr heiß gemacht, dass er doch das Kaltenkirchener Duell gewinnen und er seine Quote 100:1 halten müsse (was bedeutet das eigentlich? Naja, ich hatte soweit kein Problem damit, hoffte aber dennoch, dass er nicht nochmal vorbeikommen würde, was er dann auch nicht tat. Der junge, dynamische Aua-Sven rief mir noch irgendwann zu: „der Arne bricht sowieso bald ein“, aber der hielt sich doch erstaunlich gut – seine Lieblingsstrecke ließ ungeahnte bzw. längst vergessene Kräfte in ihm wachsen! (Superzeit Arne, Glückwunsch!)
In der 6. Runde begann es leicht zu „grummeln“, und ich bekam große Bedenken, ob ich den Lauf würde beenden können, ohne ins Gewitter zu kommen. Ich überlegte mir schon, wo ich mich unterstellen könnte oder ob ich abbrechen sollte, jedoch blieb es beim Donnern in der Ferne und der gewitterschwülen Luft, das Gewitter ging wohl dann 20 km weiter weg nieder – Gott sei Dank!
In den letzten beiden Runden hatte ich dann doch noch meinen I-Pod (Kerstin hatte ihn mir aus dem Auto geholt), und dank ihr und Hiren hatte ich dann jeweils eine Flasche mit ordentlichem Getränk dabei.
So kam ich dann doch noch in meinem von mir gesetzten Limit von „Sub-5“ , nach 4:56:17 h ins Ziel.
Nach einer wunderbar warmen und ausgiebigen Dusche saßen wir noch gemütlich im Ziel und beklatschten die verbliebenen Läufer auf der Strecke. Wir genossen das (halb-)kühle Erdinger in Gläsern mit Licht! (Marios Augen strahlten! – So ein Glas hat er wohl noch nicht in seiner Sammlung), es gab Würstchen und Steaks vom Grill sowie Nudelsalat von Kerstin und Eierlikör-Kokos-Kuchen von mir.

Afterrunparty - ein bisschen wie bei den Galliern, nur ohne Wildschwein
Michael und sein Team waren mit dem Abbau schon weit fortgeschritten, als wir uns dann auch aufrafften, die Heimfahrt anzutreten.
Mit superguter Stimmung im Auto (bis auf die Sticheleien zwischen den Jungs auf den billigen Plätzen) fuhren wir gen Flensburg, stoppten dann aber noch bei Mc Doof, wo wir, gemeinsam mit der Besatzung von Wagen 2, der etwas später das Zwischenziel erreichte, noch eine kleine Stärkung nahmen – danke an Sven, der das Dinner für Wagen 1 schmiss!
Gegen 20.30 h hatte uns dann Kaltenkirchen wieder, und Kerstin übernahm die weitere Betreuung der Jungs alleine. Ich wünschte ihr noch viel Glück und gute Nerven…
Resümee: ein wunderschöner „Ausflug“, eine tolle Premiere im Ausland in netter Gesellschaft – unbedingt zu wiederholen!