Laufen nicht nur sonntags...

 

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M/U # 54 - U # 1 - Lübeck => Hamburg - LüHa Fun Run (75 km) am 25.02.2009 - eigener Laufbericht

Lü-Ha-Fun Run 75 Kilometer von Lübeck nach Hamburg – durch Eis und Schnee (?)

Die Nacht war kurz, nicht nur, weil ich schon kurz nach 4.00 h aufgestanden, auch weil ich erst sehr spät eingeschlafen und (vor Aufregung?) mehrmals aufgewacht war. Schon vor einer Woche hatte ich einen „Albtraum“, in dem ich zu diesem Lauf ohne Laufschuhe und –klamotten gekommen war, und verzweifelt nach Ersatz suchte, während alle anderen bereits startklar waren…

Na, schnell aus dem Bett, bevor ich Gefahr lief, wieder einzuschlafen  (kurzzeitig hatte ich ja erwogen, doch noch ne Stunde Schlaf drauf zu legen und dann mit dem Auto Nach Lübeck statt nach Hamburg zu fahren...). Aber HH war nun die eindeutig praktischere Variante  und so kam ich – bestens vorbereitet, da alle Laufsachen schon vorsorglich am Abend vorher (!) bereit gelegt worden waren – kurz nach 5.00 h aus dem Haus.

Mit meiner schwindsüchtigen Freundin Charlotte (=meine oft falsch interpretierte Navi) kam ich – wie gewöhnlich nach einem leichten Umweg – um 5.45 h (statt wie geplant um 5.40 h) an der schönen Aussicht Nr. 39 (= Zielpunkt des Laufes) an und bekam einen 1-A-Parkplatz genau gegenüber dem Ruderclub  Hansa.

Ein richtiger Ultra-Läufer (wie Mario z.B.) geht dann ja noch – oder läuft wohl eher! – zu Fuß zum Hauptbahnhof, sprich Treffpunkt derer, die mit dem Bus nach Lübeck fahren wollten;  ich als Null (Erklärung weiter unten) begnügte mich dann doch mit einer gemütlichen Taxifahrt – der Taxifahrer wartete bereits auf mich.

Als ich gegen 5:50 h in der Wandelhalle des Bahnhofs ankam, standen dort schon zahlreiche Läufer, und Schek kee Lo rief soeben die Namen auf –  also just in time.

Nachdem alles abgecheckt war, ging es zum Bus und alle bekamen noch einmal die Chance zu einem kleinen Schlafnachschlag, zur Meditation, zum kleinen Frühstück, zum läuferischen Erfahrungsaustausch oder sonstigem. Eine junge Läuferin, deren Namen hier aus Gründen der Diskretion nicht genannt werden soll, erzählte mir, dass sie sich in der Uhrzeit geirrt hatte, sie stand schon um 4 am Bahnhof und rief dann Schek Lee Lo besorgt an, als um 5 h immer noch niemand von uns zu sehen war… (Nein, Arne, das war nicht ich, bei mir ist das eher so ein Wochentagproblem!). Sie war um kurz nach 6.00 h schon ziemlich müde, finishte dann aber später in einer super  Zeit!

Aber auch ich hatte im Vorweg ein paar überflüssige  Fragen gestellt, die man  durch aufmerksames Lesen der Ausschreibung  gar nicht gehabt haben bräuchte -  also Mädels, einfach wieder mal ein bisschen mehr lesen!

Gegen 7.00 h erreichten wir das Gelände der Sportanlage Phönix in Lübeck, wo uns Rita und Lothar schon mit Tee, Kaffee, Kuchen, etc. erwarteten. Nach und nach trafen auch die Nicht-Busfahrer ein, und Schek Kee begann mit dem Ausgeben der Startunterlagen.

Meinulf, Werner und ich packten unsere Start-Nr. (oder besser Namensschilder) verschämt unter unsere Laufjacken – stand bei uns doch „Erfolgreiche Teilnahmen:0“ (Welch Diskriminierung!)

Bald standen wir am Start und bekamen die letzten Instruktionen von Schek Kee, dann ein gemeinsamer Count-down und gut 50 Läufer , von den schon einige ungeduldig ihre Hufe gescharrt hatten, stoben los. Doch zunächst gezwungener Maßen noch verhalten, sollte der Lauf durch die Stadt doch ein Gemeinschaftslauf sein und von Sylvia Rehn bis an den Elbe-Lübeck-Kanal geführt werden. Sogar zwei Fahnenträger wurden mit Werner Burmeister und Ole Sporleder aufgeboten! Einige aufgeschreckte hanseatische Frühaufsteher blickten beeindruckt auf die „Meute“. Doch die Stadt war fast menschenleer, lediglich das erhabene Läuten der Domglocken begleitete  uns.

Kurz darauf war das Holstentor erreicht, vor dem das obligatorische Gruppenfoto sowie das eine oder andere „private Erinnerungsbild“ geschossen wurde.

Und schon ging es weiter gen Hamburg und endlich wurde auch nach Erreichen des Kanals der Lauf frei gegeben.

Die Temperatur war mild, zunächst kaum Wind und es war leicht dunstig. Eine  wunderschöne , stille vorfrühlingshafte Morgenstimmung , Vogelzwitschern. Nur vereinzelt sah man einsame Hundehalter mit Ihren Tieren, am Kanal putzte und plusterte sich ein Reiher (oder ähnliches!), den Dieter Merker zunächst nicht für echt gehalten hatte, da er zunächst völlig still auf deinem Holzpfosten gestanden hatte.

Der Weg  führte am Kanal und Bächen entlang und hatte durch den weichen Untergrund doch gleichzeitig noch dünnen Eisüberzügen an einzelnen Stellen, wie zum Beispiel einigen Baumstämmen, über die wir balancierten,  um nicht im Schlammboden zu versinken,  durchaus Crosslaufqualität und forderte Konzentration, wollte man hier nicht schon ein vorzeitiges „Aus“ riskieren.

Hatte man anfangs noch die Möglichkeit, hier und da ein Pläuschchen im Überholen bzw. Überholt-Werden zu halten, verlief sich die Gruppe bald und man traf nur noch hie und da auf „Kollegen“, meist natürlich an den VPs. Apropos VPs: diese waren vom Start in Lübeck über die Streckenpunkte 12,3 km (Krummenesse), 22,2 km (Kastorf), 29,8 km (Sandesneben), 42,2 km (Lütjensee),  53,5 km (Braak), 60,0 km (Rahlstedt), 67,8 km (Wandsbek) sowie im Ziel allesamt liebevoll betreut. Die vielen

lieben, fröhlichen Helfer sorgten dafür, dass keiner vergaß, sich in die „Passierliste“ einzutragen, versorgten uns mit Tee, Brühe, Cola, Wasser, belegten Broten, und allerlei Knabberein und hatten für jeden ein aufmunterndes Wort.

Ich glaube, dass wir durch die längsten Dörfer Schleswig-Holsteins gekommen sind (das allerlängste davon heißt Lütjensee – gefühlte 20 km lang!) und natürlich lag der jeweilige Verpflegungspunkt immer mehr am Orts-„Hinter“-Ausgang!

Eine ziemliche Prüfung  war für mich persönlich die Etappe von Lütjensee bis  „hoch“ nach Braak (das wohl  mit die höchste Erhebung in Schleswieg-Holstein sein dürfte ;-) Und kaum hatte man einen Anstieg bewältig, t kam schon der nächste. Ich fragte auch Rainer, meinen  „Coach“, der mir versprochen hatte, den Lauf mit mir gemeinsam durchzuziehen (oder mich durchzuziehen?) und der schon „Erfolgreiche Teilnahmen: 6“ auf seiner Start-Nr. stehen hatte, ob wir den Berg nicht gerade schon mal rauf gelaufen seien, aber es gab wohl da einige „Mehrlingsberge“, die sich aneinander reihten und meinen Oberschenkeln das Laufen zu r Qual machten.

Trotz Erreichen des Marathonpunktes Lütjensee innerhalb des aufgegebenen Limits von 5 Stunden war ich sehr im Zweifel, ob ich es bis zur nächsten Hansestadt schaffen würde, aber da Lothar mir das versichert hatte und ich ihn auch nicht enttäuschen wollte J, gab es da eigentlich nichts zu überlegen.

Irgendwo zwischen den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Storman in einem „Bergdorf“ fanden wir auch noch etwas Eis und Schnee, die ja auch Mottos des Laufes sind…

Doch jedem Tief folgt ja bekanntlich wieder ein Hoch und so sahen wir nach Stunden endlich ein rotes Schild mit einer 3-türmigen Burg näher kommen, oder besser: wir näherten uns dem Schild, auf dem „Freie und Hansestadt Hamburg“ stand (km 57)!

Über schlecht instand gehaltene Gehwege und durch nicht gerade den schönsten Stadtteil (zumindest an der Laufstrecke!) kamen wir schließlich zum VP bei km 60 und danach endlich wieder auf Parkwege und ländlich idyllisch anmutende Streckenabschnitte, wo ich wieder richtig Spaß am Laufen bekam, ja sogar vorherige Schmerzen verblasten, und ich kam wieder zu Kräften (was hatten die mir da nur in Rahlstedt in die Brühe getan?)

Voller Vorfreude spurteten wir auf Tills VP zu, der aber irgendwie doch auf sich warten ließ (war auch einen km später als gedacht). Endlich dort angekommen, nahmen wir uns gerade Zeit für einen Becher Cola und ein paar Kräckern,  bevor wir die „Verfolgung“ von Hartmut, Erika und Peter, die wohl einen Moment länger bei Till verweilt hatten, aufnahmen.

Das Wetter hatte uns auf dem Weg auch alles gegeben, was im Wetterbericht angekündigt worden war - von Sprühregen über auffrischenden Wind bis zum Sonnenschein, den ich Gott sei Dank noch in der ARD gefunden hatte.  Insgesamt war ich sehr zufrieden mit der Wahl meiner Regenjacke, Mütze und Handschuhe [in Lübeck hatte ich noch Angst, ich hätte mich zu warm angezogen].

Na, jedenfalls wurde die Alster immer breiter und  schließlich gelangten wir an eine sehr befahrene Straße. Rainer war gerade wieder einmal in den Büschen verschwunden, Hartmut ein paar Meter (zuviel) vor mir. Ich schlug den Weg nach links entlang der großen Straße ein und war in Gedanken versunken (versuchte mich abzulenken und nicht auf den Anstieg zu denken), als ich plötzlich mit lauten „Claudia!“-Rufen aus meinen Gedanken gerissen wurde. Links und rechts der Straße standen die Männer und verhinderten, dass ich  statt an der Außenalster in  Vettel landete. (Die ganze Strecke forderte übrigens immer wieder die volle Aufmerksamkeit, da oft – und insbesondere in Hamburg –plötzlich abgebogen werden musste ,und die Flatterbänder teilweise  nicht gleich zu erkennen waren. Eine spannende Schnitzeljagt!) Also schnell zurück und wieder der Alster entlang – schon konnte ich den Heinrich-Hertz-Turm hinter der Außenalster erkennen, das Wasser der Alster übrigens ganz schön wellig.

Alsdann ging es – inzwischen mit der obligatorischen Schlussspurt-Mukke im Ohr – an  vielen Sonntagsspaziergängern vorbei, die  auf Hamburgs Alsterpromenade flanierten. Die Gewissheit, dem Ziel jetzt ganz nah zu sein, gab noch mal alles an Energie frei, was sich noch so in meinem Körper versteckt hatte, und so kamen wir in respektablem Tempo vor dem Ruderclub an. Schon wollte ich die Arme hochreißen und in Jubel ausbrechen, da sah ich Lothar und Shek Kee wild gestikulierend winken - hören konnte ich sie nicht so recht - und verstand, dass noch eine Ehrenrunde zum Sammeln der letzten Meter durch den Garten des Clubs zu absolvieren war.

Doch auch das warf mich nicht mehr um und so konnte ich nach 9 Stunden und laut Lothar 2 min. meinen ersten großen Ultra-Lauf erfolgreich beenden. Begrüßt wurde man im Ziel mit einer Blumenkette sowie Glückwünschen von Schek Kee und Lothar (und natürlich den anderen Läufern, die schon im Ziel waren und dort rum standen).

Durch den fröhlich prostenden Werner animiert, ließ ich mir gleich ein leckeres Glas Weizenbier schmecken bevor ich mich dann doch recht zügig in die wunderbar warme Dusche des Ruderclubs begab.

Wieder einigermaßen „in Stand gesetzt“ ging es dann zum gemütlichen Teil des Tages – dem gemeinsamen Abendessen sowie der Urkundenüberreichung.

Dieter meinte, es sei doch mal ganz interessant, die Läufer „in zivil“ zu sehen.  Wir standen am Buffet an, wo es von Nudeln mit verschiedenen Soßen über Hühnerfrikassé mit  Reis,  bis zu Salat und Gemüse sicherlich für jeden etwas Leckeres gab.

Nach der „Speisung“ ging es dann an die Urkundenübergabe durch Schek Kee Lo und seine Tochter, die jedem noch einen Glückskeks überreichte. Laut Schek Kee gab es 21 „Ersttäter“, davon 7 Frauen.

Nach einigen netten Gesprächen mit diversen Läufern und Begleitpersonen (die arme Kerstin Biermann war etwas unglücklich, hätte sie doch auch laufen wollen und konnte durch ihre Verletzung noch nicht!)  – endlich konnte man auch mal mit Rita und Lothar gemütlich an einem Tisch sitzen und in Ruhe reden – ging der Lauftag kurz nach 20.00 h  zu Ende. Ich war froh, dass mich mein Auto vor der Türe erwartete und Charlotte mich ohne weitere Umschweife sicher nach Hause lotste.

Mein Fazit für diesen Tag: ein tolles Erlebnis, ein liebevoll arrangiertes Ereignis und eine Distanz, die man (bzw. Claudia) nicht  oft aber doch das eine oder andere Mal wagen sollte. Vielen Dank an alle, die diesen Tag so gelungen machten!

26.2.09 02:21
 


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